logoblogg.de • autotest.de • Riesling Weine  • Busreisen, Busreise, Bus

Mittwoch, 17.03.2010

Jahrgang 1999 retrospektiv (2/5): Joh. Jos. Prüm


Weingut Joh. Jos. Prüm, Bernkastel-Wehlen
Dr. Manfred Prüms 1999er zeigen sich, von der fabelhaften Goldkapsel-Auslese #24 abgesehen, durch eine gewisse Sperrigkeit im Bukett und am Gaumen aus. Alle probierten Weine weisen die typische Schwefel-Hefe-Nase (vulgo „Prüm-Furz“) auf, der die aromatische Schönheit immer etwas vernebelt. Die Wehlener Rieslinge probierten sich unterm Strich am harmonischsten, zeigten die beste Struktur und wirken immer noch jugendlich. Die Zeltinger Auslese #11-01 kommt als kompletter Wein daher, der mit seiner stahligen Säure und zarten Würze alle Eigenheiten des Zeltinger Bergs vertritt. Etwas schwierig trinkt sich die mit minimaler Botrytis gelesene Graacher Himmelreich Auslese #08-02.
1999 Wehlener Sonnenuhr Spätlese #12-00
Schwefel, Altholz, am Gaumen Zitronenmelisse und rote Beeren, intensiv, viel Saft, viel Stoff, lang (86-88).
1999 Graacher Himmelreich Auslese #08-02
Reif, traubig, spürbare Säure trotzdem eher rund, schwierig (86).
1999 Wehlener Sonnenuhr Auslese #09-01
Brachialer Stinker, kaum Frucht, jung, Schwefel, Zwiebeln, verschlossen. Sehr schwierig (86+).
1999 Zeltinger Sonnenuhr Auslese #11-01 1999
Eher zart, spürbare Säure, gute Intensität, Rhabarber, Zitronenmelisse, Saft, Würze (89).
1999 Wehlener Sonnenuhr Auslese Goldkapsel #24-00
Zunächst verschlossen, Schwefel, Hefegebäck, weisse Blüten, Aprikosen, am Gaumen sehr zart, feinsaftig, leicht cremig. Nicht sonderliche ausgeprägte Frucht, sehr tief, enorme Länge. Klassisch.
Am zweiten Tag: glockenklare Aprikosenfrucht, Karamell, Litschi, wundwässernde Säure, feine Cremigkeit. Sehr gut strukturiert, enorme Feinheit (93+).

Dienstag, 16.03.2010

Jahrgang 1999 retrospektiv (1/5): Geltz-Zilliken


1999 galt einen prominenten deutschen Winzer als „der feinste Jahrgang, den ich je eingefahren habe“ (Egon Müller, AÜW 1/2001). Diese Euphorie pflegten nicht alle Winzer und obwohl die Mehrheit von den ausgereiften, feinfruchtigen Rieslingen schwärmte, gab es Bedenken. Dass manchen Einschätzungen der Jungweine des Jahrgangs 1999 aber gründlich danebenlagen, zeigte eine umfassende Verkostung ausgewählter Spitzen-Rieslinge von Mosel, Saar und Ruwer im Frühjahr 2010.

Weingut Geltz-Zilliken, Saarburg
Von Joel Payne und Armin Diel erhielten die Rieslinge das Votum, sie seien „bereits sehr reif“ und „die mächtige Säurestruktur, für die Zilliken bekannt ist“ falle „in diesem Jahr geschmeidiger aus“. Diesen Eindruck hinterlassen die mittlerweile nahezu 10 Jahre auf der Flasche gereiften Weine mitnichten. Sicher, rassig ist die Säure auf den ersten Schluck nicht zu nennen, aber sie ist vorhanden und sorgt für die nötigen Konturen. Die Tatsache, dass die angestellten Weine im ersten Probieren kaum gefielen, scheint mir eher in der Struktur der Zilliken-Weine zu liegen, die immer einer gehörige Portion Luft benötigen, um ihre ganze Schönheit zu offenbaren. Wer in der nächsten Zeit 99er von Hans-Joachim Zilliken probieren möchte, sollte die Weine ein bis zwei Stunden vorher öffnen oder in eine Karaffe füllen.
1999 Saarburger Rausch Spätlese #10
Ausgewogen, herrliches Spiel, kraftvolle Würze, baut aus und öffnet sich erst richtig am zweiten Tag: Rausch-Typische saftige Würze, traubig, reifer Apfel, schöne Länge (87+).
1999 Saarburger Rausch Spätlese #9, Versteigerung Großer Ring, Trier, 2000
Entwickelt, stoffig, Rasse am Gaumen, saftige, reife Art. Baut am zweiten Tag enorm aus, vielversprechend (89).
1999 Saarburger Rausch Auslese #3, Versteigerung Großer Ring, Trier, 2000
Ganz fein, fast zart dabei sehr konzentriert, Melisse, feiner, intensiver Honigton, feinste Säure (93).
1999 Saarburger Rausch Auslese #2 Goldkapsel, Versteigerung Großer Ring, Trier, 2000
Leider ein brachialer Korkschmecker, aber der Wein zeigt darunter eine feste, gute Struktur und enorm feine Botrytis (k.B.).

Donnerstag, 25.02.2010

Günther Jauch übernimmt von Othegraven


Die Spatzen pfiffen das Gerücht seit Mitte Januar von allen trierer Dächern, wenngleich sich das Weingut bisher zu dem Thema ausschwieg: Günther Jauch wird 2010 das traditionsreiche Weingut von Othegraven in Kanzem an der Saar übernehmen. Auf der Mitgliederversammlung des VDP-MSR (Großer Ring) am vergangenen Mittwoch wurde der Aufnahme Jauchs in den Verband zugestimmt.

Freitag, 15.01.2010

Deutschlandfunk zum Bauvorhaben 'B50 neu'


Eine sehr höhrenswerte Sendung zum Bau der B50neu und Hochmoselübergang ist auf Deutschlandfunk 'on demand' verfügbar. Ein Klick auf das Bild genügt.

Samstag, 21.11.2009

Jahrgang 2008 - Spätlese klassisch, restsüß

Freitag, 20.11.2009

Jahrgang 2008 - Bestes Preis-Genuss-Verhältnis

Samstag, 03.10.2009

Feiner Riesling zu Wurst und Kraut...


... und anderen deftigen Köstlichkeiten für die kalten Tage im Herbst und Winter. Ein Artikel, der sich dieser nicht ganz einfachen Marriage widmet, folgt in den nächsten Tagen.

Mittwoch, 30.09.2009

Großes Gewächs 2008 - mineralische Präsizion



Im Jahrgang 2008 trennt sich bei den GG noch deutlicher als in den vergangenen Jahren die Spreu vom Weizen. Auch wenn ich dem Konzept Großes Gewächs von Anfang an eher skeptisch gegenüberstand, haben vielen Weingüter diesen Weinstil seit Ende der 90er Jahre zur Perfektion getrieben. Die vollfetten Jahrgänge 2003, 2005, 2006 und 2007 ließen - besonders bei den Großen Gewächsen vom Riesling – oft aufgeblasene, säurearme und vordergründig fruchtige Weine gedeihen. Der 2008er hingegen, mit seiner durchgängig markanten bis rassigen Säure, verleiht den kraftvollen deutschen Grand Crus eine spielerische Eleganz. Die besten Weingüter waren in der Lage ihre großen Erfolge mit dem Jahrgang 2007 im Jahrgang 2008 noch zu toppen:
MOSEL
Reinhold Haart: 2008 Goldtröpfchen Piesport GG (90+); 2008 Ohligsberg Wintrich GG (91+)
Clemens Busch: 2008 ‚Rothenpfad‘ (Marienburg) Pünderich GG (90+).
Von Othegraven: 2008 Altenberg Kanzem GG (91); 2008 Kupp Wiltingen GG (89); Bockstein Ockfen (90+).
Fritz Haag: 2008 Juffer-Sonnenuhr Brauneberg GG (92+).
Dr. Loosen: 2008 Treppchen Erden GG (87).
RHEINHESSEN
Wittmann: 2008 Brunnenhäuschen Westhofen GG (95); 2008 Morstein Westhofen GG (93); 2008 Aulerde Westhofen GG (90+); 2008 Kirchspiel Westhofen GG (90+).

Weiterlesen

Montag, 28.09.2009

VDP-Versteigerungen 2009 (I): Höhepunkte


Während der umfangreiche Bericht über die Weinversteigerungen des VDP an Mosel, Nahe (mit Ahr, Rheinhessen und Pfalz) und dem Rheingau noch in Arbeit ist, sollen jetzt immerhin schon die Höhepunkte dieser drei traditionellen Versteigerungen Erwähnung finden:

Keller: 2007 Westhofener Abtserde Trockenbeerenauslese Goldkapsel
Ein Wein, der bei derartiger Konzentration noch die tiefe Mineralität der Westhofener Böden zeigt und ein Pfauenrad an exotischen Aromen präsentiert, alles von seidiger Säure unterlegt, ist nicht mehr nur schön sondern wahrhaft groß (99). [30 x 0,375l á 410,- € + Tax]

Dönnhoff: 2008 Oberhäuser Brücke Eiswein ‚Januar‘
Helmut Dönnhoffs Eiswein zeigt 2008 eine verblüffend brave Säure. Aber obwohl dieses Merkmal eines klassischen Eisweins fehlt, handelt es sich hier um einen großen Wein! Eher rund und cremig mit verführerischen Noten von Aprikosenmark und einer Spur Minze – alles in allem eine noble Erscheinung (96). [48 x 0,375l á 160,- € + Tax; 12 x 0,75l á 340,- € + Tax]

Emrich-Schönleber: 2008 ‚A.de.L‘ (Auf der Lay) trocken
Der puristischste und kompromissloseste Riesling, den Werner und Frank Schönleber jemals erzeugt haben: kühle, ungemein facettenreiche Nase, dominiert von feinster Schieferwürze. Am Gaumen fest und kantig, lässt nur mit viel Luft die wahre Größe ahnen. Feste, lebendige Säure verleiht dem Wein Schwerelosigkeit, eine einzigartige Erscheinung (95-100). [90 x 1,5l á 110,- € + Tax; 5 x 3,0l á 300,- € + Tax]

Fritz Haag: 2008 Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Auslese #13 Goldkapsel
Oliver Haag ist hier ein finessenreicher, großer edelsüßer Riesling gelungen, der ganz an die eleganten und dennoch dichten Rieslinge des Vater anzuknüpfen vermag: es dominieren reifer Pfirsich und pikante, enorm klare Botrytiswürze. Wer Druck sucht, sucht hier vergebens – die reife, prägnante Säure trägt ihr Übriges dazu bei (95). [90 x 0,375l á 55,- € + Tax; 90 x 0,75l á 95,- € + Tax; 3 x 1,5l á 280,- € + Tax]

Willi Schaefer: 2008 Graacher Domprobst Auslese #11
Die rassige 2008er Auslese von Willi und Christoph Schaefer verbindet alle Vorzüge des Jahrgangs: reife Fruchtaromen, erstklassige, saubere Botrytisnoten und komplexes Säurespiel lassen auf einen langlebigen Wein schließen, der mit Reife erst seinen Trumpf ausspielen wird (94). [160 x 0,375l á 30,- € + Tax; 160 x 0,75l á 67,- € + Tax]

Schloss Lieser: 2008 Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Spätlese #13
Thomas Haags Spätlese ist eine Ausnahmeerscheinung unter den in Trier versteigerten Weinen dieser Prädikatsstufe – und das nicht nur aufgrund des außergewöhnlich hohen Steigpreises! Sie ist dichter, aromatisch intensiver und auch würziger als alle anderen Spätlesen der besten Weingüter, aber weit davon entfernt, eine Auslese zu imitieren. Rassige Säure und animierende Zitrusfrucht mit einem kleinen Tick Exotik lassen den Wein auf der Zunge tanzen (94). [345 x 0, 75l á 48,- € + Tax; 8 x 1,5l á 135,- € + Tax]

Dienstag, 18.08.2009

Riesling belüften, karaffieren, dekantieren


Mit dem Stilwandel bei der Erzeugung hochwertiger Rieslinge, der in Deutschland seit Mitte der 1990er Jahre zu beobachten ist, änderte sich auch die Einstellung der Konsumenten und Hersteller zur Glaskultur. Nicht nur die kraftvollen österreichischen Weine von der Donau, aus dem Kamp- und Kremstal, dienten deutschen Winzern als Vorbild, sondern auch die entsprechend großzügig bemessenen Gläser, wie z.B. aus der Serie Zalto Denk'Art, regten zu einer Veränderung in den Ansprüchen an Gläser und Karaffen für Weißweine an.
In diesem Abriss über das Belüften von Rieslingen soll es aber nicht nur um die mittlerweile sehr verbreite Art und Weise des Dekantierens von jungen, trockenen Weinen gehen. Auch rest- und edelsüße Weine, insbesondere aber auch Altweine profitieren häufig von unterschiedlich langer Belüftungszeit in unterschiedlichen Karaffen. Hierbei spielt besonders die momentane Reifephase des Rieslings die größte Rolle.
>>>Altweine: 20 Jahre und älter
Alte Rieslinge aus großen Jahren wie 1953, 1959, 1964, 1969 und 1976, aber auch solche aus ‚kleinen‘ Jahrgängen gewinnen durch behutsames Karaffieren. Gerade die langsam über ein oder anderthalb Jahre im Holzfass ausgebauten Weine der 50er und 60er Jahre vertragen den Sauerstoffkontakt gut und geben häufig erst dann ihre ganze Schönheit preis. Um den Luftkontakt dosieren zu können, empfiehlt

Weiterlesen

Montag, 17.08.2009

Fritz Haag: 1993 Brauneberger Juffer-Sonnenuhr ALGK #17 'Versteigerung'


Es gibt kritische Stimmen in der Weinwelt, die zweifeln mehr oder weniger laut an den Ehrungen, die man dem Weingut Fritz Haag Jahr für Jahr zuteil werden lässt. Gelten die Rieslinge aus Brauneberg doch seit mehr als drei Jahrzehnten, zusammen mit den Weinen von Egon Müller und Joh. Jos. Prüm, als Inbegriff des klassischen, filigranen und ausbalancierten Moselrieslings. Während die Stärke der Prüm’schen Weine eher in ihrer schwerelosen, hefegeprägten Art und einer besonders feinen Aromatik liegt und Egon Müller für einen kraftvoll mineralischen, im besten Sinne aristokratischen Stil steht, betören die großen Rieslinge von Haags Dusemonder Hof durch ihre große Klarheit bei maximaler Auslotung der aromatischen Tiefe. Ein Wein, der die Lästerer verstummen lässt und der zu den wirklich herausragenden Weinen des 20. Jahrhunderts gehört, ist die 1993er Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Auslese lange Goldkapsel #17, die 1994 bei der traditionellen Herbstauktion des Großen Ring, VDP Mosel-Saar-Ruwer, in Trier für 269,- DM versteigert wurde. Schon der Jungwein begeisterte die Weinkritiker des Gault Millau Weinguide derart, dass er mit 18,75 (98/100) Punkten bedacht und neben einer Auslese des Weinguts Dr. Loosen zum besten Wein in der Kategorie ‚Riesling Auslese‘ des Jahrgangs 1993 gekürt wurde.
Die 93er Auslese LGK befindet sich momentan in bester Verfassung, das Opulente, die fast sahnige Art des Jungweins ist in den Hintergrund getreten und hat einem herrlichen Traubenaroma, wie es frisch gelesene, hochreife, aromatische Rieslingträubchen aufweisen, Platz gemacht. Der Wein zeigt eine perfekte Balance von konzentrierten exotischen Fruchtaromen und feinster Säure, ist dabei filigran und elegant, von großer Klarheit und mineralischer Tiefe. Bei aller Konzentration, die diese Auslese besitzt, bleibt der Eindruck eines fast zarten, unaufdringlichen Weins von enormer Länge zurück, das leere Glas verströmt lange noch den Duft von reifem Steinobst und einem Hauch Melisse (98).

Dienstag, 26.05.2009

100 Rieslings... to drink before you die, Teil 1/10


by riesling|blog 100 Rieslinge zu benennen, die man auf alle Fälle in seinem Leben getrunken haben sollte, ist ein Akt der Selbstbeschränkung! Es dürften weit mehr als 100 Rieslinge sein, die es wert sind, hier Erwähnung zu finden. Dass es schwerpunktmäßig um deutsche Rieslinge gehen wird, ist nur Ausdruck meines subjektiven Interesses und Horizonts und gründet nicht auf der Überzeugung, in Deutschland mache man die besten Rieslinge der Welt. Bei der Auswahl wurde Wert darauf gelegt, vom Jahrgang unabhängige, gleichsam für das jeweilige Weingut ‚klassische‘ und repräsentative Weine auszuwählen.

Daniel Vollenweider
‚Schimbock‘ Auslese

Deutschland, Mosel
Vollenweider, der seit 2000 mit seinen edelsüßen Rieslingen aus der vergessenen Lage ‚Wolfer Goldgrube‘ Furore macht, hat sich erstmals mit dem Jahrgang 2005 eines anderen vergessenen Terroirs der Mittelmosel angenommen. Die Parzelle ‚Schimbock‘ im Trabener Würzgarten ergibt hoch aromatische, schieferwürzige, kontrastreiche Weine.

Heymann-Löwenstein
Winningen Uhlen ‚Rothlay'

Deutschland, Mosel
Der ‘Rothlay’ aus dem Winninger Uhlen ist der vielleicht expressivste Riesling des Weinguts. Vertritt der ‚Röttgen‘ eher die opulent-fruchtige Fraktion, steht der ‚Rothlay‘ für flüssiges Schieferelixier und transportiert den Charakter der Terrassenmosel auf das Trefflichste.

R. u. B. Knebel
Winninger Uhlen trocken

Deutschland, Mosel
Nicht minder individuell und ausdrucksstark sind die Rieslinge von Beate Knebel und Kellermeister Gernot Kollmann. Sie sind oft weniger fruchtbetont als jene von Reinhard Löwenstein und bestechen durch ihre klare, elegante Art.

Joh. Jos. Prüm
Wehlener Sonnenuhr Spätlese

Deutschland, Mosel
Eine zartere und elegantere Interpretation dieser großartigen Mittelmosel-Lage wird man kaum finden. Oft dominieren Blütenaromen und zarte Nuancen weißer Pfirsiche Bukett und Gaumen. Die Weine sind tiefgründig aber niemals opulent. Ihre Stärke ist die Zurückhaltung.

Emrich-Schönleber
Monzinger Halenberg Auslese***

Deutschland, Nahe
Die Halenberg-Versteigerungs-Auslese gehört in den wenigen Jahren, in denen sie produziert werden kann, zu jener Sorte Riesling, die durch geballte Mineralität und verschwenderische Frucht gleichermaßen beeindruckt.

Helmut Dönnhoff
Niederhäuser Hermannshöhle Spätlese

Deutschland, Nahe
Dönnhoffs Hermannshöhle Spätlese erinnert in ihrer schwerelosen aber sehr aromatischen Art stark an Manfred Prüms Sonnenuhr Spätlese. Beide Rieslinge zeigen trefflich die Vorzüge, die das Prädikat Spätlese besitzen sollte: viel Aroma, feinziselierte Säure und spannungsreiches Spiel.

Schlossgut Diel
Dorsheimer Pittermännchen Spätlese

Deutschland, Nahe
Obwohl das Schloßgut in letzter Zeit vor allem mit trockenen, kräftigen Rieslingen brilliert, gehören die restsüßen Spätlesen des Kellermeisters Friedrich, einem gebürtigen Moselaner, zu den feinsten ihrer Art und trumpfen mit reifen Fruchtaromen und fein ziselierter Säure auf.

Georg Breuer
Rauenthal Nonnenberg ‚Monopol‘

Deutschland, Rheingau
Der von der Kommission des Rheingauer Weinbauverbands aus unerfindlichen Gründen als Erste-Gewächs-Lage verschmähte Nonnenberg, bringt Jahr für Jahr die eindrucksvollsten, weil monolithischsten Rieslinge des Weinguts Breuer hervor. Der leider zu früh verstorbene Visionär Bernhard Breuer sah in dem Nonnenberg stets sein großes Kapital. Die trockenen Nonnenberg-Rieslinge des 90er Jahre sind heute grandios: sie zeichnen sich durch eine markante, rauchige Mineralität und ins exotische tendierende Frucht aus.

Franz Künstler
Hochheimer Hölle Auslese trocken Goldkapsel

Deutschland, Rheingau
Die ‚Hölle Goldkapsel‘ stellt eine Steigerung aller trockenen Rieslinge von Gunther Künstler dar: Aromatik und Dichte passen immer zu den schweren Hochheimer Böden, aber dieser Wein zeigt sich Jahr für Jahr stets eine Spur präziser, mineralischer, tiefgründiger.

Emmerich Knoll
Loibenberg Smaragd

Österreich, Wachau
Die Lagerfähigkeit der Knoll’schen Rieslinge ist legendär; 10 Jahre sind kein Alter für einen ‚Loibenberg Smaragd‘! Und gerade die Riede Loibenberg ist bei Knoll für den Riesling das, was Schütt für den Grünen Veltliner darstellt: ein fester, mineralisch durchgezeichneter aromatisch eher zurückhaltender Wein, der rauchig-speckige Noten und häufig einer Spur Petrol zeigt.

Wird fortgesetzt…

Donnerstag, 12.03.2009

In Vorbereitung


Ein Bild


* Serie: "100 Rieslings to drink before you die..."
* Hinweise zum Belüften von Riesling
* Winzerpersönlichkeiten im Porträt
* Die feinsten Rieslinge des Jahrgangs 2007


Mittwoch, 28.01.2009

VDP-Weinversteigerungen 2008 an Mosel, Rhein und Nahe



Dr. Manfred Prüm bei der Versteigerung seiner 1959er TBA. Foto: VDP Mosel-Saar-Ruwer.


Die 121. Prädikatsweinversteigerung des VDP Mosel-Saar-Ruwer wurde von der Auktion eines raren Spitzengewächses, ganz im Zeichen des 100jährigen Jubiläums, aus dem Jahr 1959 überstrahlt: Das Weingut Joh. Jos. Prüm aus Wehlen lies eine 1959 Wehlener Sonnenuhr Trockenbeerenauslese versteigern, die inkl. Tax und Gebühren den historischen Preis von 5097,96 € erzielte. Ein großer Erfolg! Aber auch die edelsüßen Spitzenrieslinge des Jahrgangs 2007 zeigten aufgrund ihrer Steigpreise all jenen Zeitgenossen auf, welch großartiger Jahrgang da herangereift war, die dies bei der Vorprobe noch nicht erkannt hatten. Das Preisniveau war jedenfalls einem großen Jahrgang angemessen. Herausragende Rieslinge der Versteigerung waren die filigrane 2007 Wehlener Sonnenuhr Spätlese von Joh. Jos. Prüm und die expressiv fruchtige 2007 Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Spätlese (92) von Fritz Haag (94) sowie die die feste, druckvolle 2007 Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Spätlese von Schloss Lieser (93) und die stahlig-rassige 2007 Wiltinger Braune Kupp Spätlese von Egon Müller (93).
Ein Ausbund an feinster Botrytis, die 2007 Winninger Uhlen ‚Rothlay‘ Auslese lange Goldkapsel von Heymann-Löwenstein (94), die zart cremige 2007 Saarburger Rausch Auslese lange Goldkapsel von Geltz-Zilliken (94) und die druckvolle, würzig-mineralische 2007 Pündericher Marienburg Auslese lange Goldkapsel von Clemens Busch (93).
Den Glanzpunkt der edelsüßen Rieslinge setzte Egon Müller mit seiner 1997 Scharzhofberger Trockenbeerenauslese, die feine, klare Saarart mit allen orientalischen Gewürzen, die man sich denken kann verbindet (96).

Einige Spitzenpreise der Versteigerung 2008:
1997 Scharzhofberger Trockenbeerenauslese, Egon Müller: 4430,37 € (0,75l).
2003 Saarburger Rausch Trockenbeerenauslese, Geltz-Zilliken: 521,93 € (0,375l)
1994 Wehlener Sonnenuhr Beerenauslese, Joh. Jos. Prüm: 1092,42 € (0,75l)
2007 Erdener Prälat Auslese lange Goldkapsel, Dr. Loosen: 224,55 € (0,375l)
2007 Scharzhofberger Auslese Goldkapsel, Egon Müller: 291,31 € (0,375l)
2007 Scharzhofberger Spätlese, Egon Müller 78,90 € (0,75l)


>> Rheingau und Nahe
Weiterlesen

Dienstag, 09.09.2008

Wein der Woche: 2006 Halenberg Spätlese trocken, Emrich-Schönleber


2006 Halenberg, Emrich-Schönleber Emrich-Schönlebers Halenberg, vom VDP als Erste Lage klassifiziert, zeigt sich in seiner Jugend immer unzugänglicher und karger, als die ebenfalls hervorragende, wenn auch elegantere Lage Frühlingsplätzchen. Mit Sicherheit liegt dies auch am im Halenberg vorherrschenden blauen Schiefer, der auch Weine aus anderen, von diesem Gestein dominierten Lagen, oft kantig erscheinen lässt. Im Jahrgang 2006, der im Gegensatz zu anderen deutschen Rieslinggebieten an der Nahe ein echter Erfolg gewesen ist, zeigte sich die Monzinger Halenberg Spätlese trocken jedoch schon als junger Wein erstaunlich offen und harmonisch: offene, etwas weiche und nur leicht wachsige Rieslingnase mit schönen Zitrusnoten und verhaltener Kräuterwürze. Am Gaumen leichtgewichtig, zeigt wieder die eher straffe Zitrusart mit mineralischen Untertönen, grünem Tabak, eher weiche Säure - abwarten (86-88). Der Wein wurde zwei Stunden vor dem Genuss in der Karaffe belüftet.
Wer sich einen Überblick darüber verschaffen möchte, welche Kraftanstrengungen die Familie Schönleber unternimmt, um ihren Kunden in Zukunft noch mehr Halenberg anbieten zu können, sollte >>>hier hereinschauen.

Montag, 08.09.2008

Zurück zu alter Größe?


In den letzten Jahren war es still geworden um ein ehedem renommiertes deutsches Riesling-Weingut. Die Verwaltung der Staatlichen Weinbaudomänen Niederhausen-Schloßböckelheim, heute Gutsverwaltung Niederhausen Schloßböckelheim, wurde 1902 als preußischer Musterbetrieb begründet. Als späteres Staatsweingut des Landes Rheinland-Pfalz sorgte der Betrieb bis in die frühen 80er Jahre mit klassischen, ausdrucksstarken Rieslingen für Aufsehen. In nahezu allen großen Weinberglagen der Nahe begütert, erzeugte man dort ein breites Spektrum feinster Rieslingweine. Nach einer langen Schwächephase in den späten 80er und 90er Jahren, verkaufte das Land die Domäne 1998 an die Familie Maurer. Spätestens seit dem Jahrgang 2001 scheint es in dem Weingut qualitativ wieder bergauf zu gehen: auch wenn den Weinen der letzte Tick Feinheit und Eleganz noch fehlt, zeigen sich insbesondere bei den Weinen der Jahrgänge 2006 und 2007 sehr gute Ansätze.

2006 Schloßböckelheimer Kupfergrube Kabinett

Gutsverwaltung Niederhausen-Schloßböckelheim
Eindringliche Apfelnase, auch etwas Ananas; zeigt mineralische Würze. Am Gaumen satte Frucht, Boskopp, gehackte Kräuter. Deutliche Restsüße, sehr rassige, mundwässernde Säure, gute Tiefe und Länge. Im Stil einer Spätlese gehalten. Bietet viel Trinkspaß, darf aber reifen. Sehr gute Interpretation der Kupfergrube (86).

2007 Niederhäuser Steinberg Kabinett

Gutsverwaltung Niederhausen-Schloßböckelheim
Kühl mineralische und leicht vegetabile Apfelnase, etwas Pfirsich. Am Gaumen schlank, zarte Restsüße, mit rassiger Säure. Es dominiert reifer Apfel, eine Spur exotische Frucht, etwas kräuterige Würze. Gute Nachhaltigkeit, gute Länge. Im besten Sinne schlanker Kabinettstil (84-86).

2007 Schloßböckelheimer Kupfergrube trocken ‚Unter der Mauer‘
Gutsverwaltung Niederhausen-Schloßböckelheim
1. Tag: offene, würzige aber auch etwas stumpfe Zitrusnase. Am Gaumen eher verhaltene Frucht, mineralisch durchgezeichnet, straff, wirkt kompromisslos trocken, spannende salzige Einträge, etwas spürbarer Alkohol. Kann mit Reife noch zulegen wenn sich der Gerbstoff besser einbinden sollte und glänzt eher durch Straffheit als Fülle. 3. Tag: der Wein hat sich merklich zum Positiven verändert: er wirkt noch straffer, reifer und geschlossener. Die Aromen haben sich in Richtung Johannisbeeren, Stachelbeeren und Grapefruit verändert und zeigt deutlich mineralische Struktur. Ich hoffe demnach auf eine positive Reifeentwicklung (87+).

Freitag, 15.08.2008

von Othegraven 2007: saftiger Bockstein und ernster Altenberg


2007 - von Othegraven „2007 ist ein Bockstein-Jahr“, bestätigt Andreas Barth, Winzer und Kellermeister des Weinguts von Othegraven, meine Einschätzung, dass insbesondere die Rieslinge aus der Ockfener Spitzenlage in diesem Jahrgang besonders verführerisch schmecken. Das Weingut von Othegraven, das in erster Linie für seine herausragenden Weine aus dem „Hausberg“ Kanzemer Altenberg bekannt ist, zeigt mit seinen 2007ern eine Kollektion wie aus einem Guss. Waren seit Beginn der önologischen Beratung des Gutes durch Andreas Barth auch schon die Jahre 2004 und 2005 eine kleine Sensation, ist dem Team mit dem aktuellen Jahr ein ganz großer Wurf gelungen. Eine derart geschlossene Kollektion überzeugender Rieslinge, angefangen bei den Gutsweinen, die viel Charakter und nicht bloß Sortentyp zeigen, über die betont mineralischen Crus aus Bockstein und Kupp, bis zu den tiefgründigen, eleganten Spät- und Auslesen, findet man 2007 an der Saar wohl nur in diesem traditionsreichen Weingut am Kanzemer Berg.

2007 Riesling trocken zeigt sich druckvoll mit würziger Mineralität und der Frucht feinster Rieslingträubchen. Ein Bemerkenswerter Einstieg (85).
2007 Riesling feinherb wirkt noch sehr hefebetont mit saftiger Birnenfrucht. Leicht herbe Noten im Abgang (83+).

2007 Wiltinger Kupp Kabinett feinherb tritt mit betont würziger Hefenase auf, saftige Art, spannungsreich und animierend (85+).
2007 Wiltinger Kupp kommt würzig und kraftvoll daher, besitzt noch viel Babyspeck, lässt sich aber jetzt schon sehr schön trinken. Unbedingt belüften (86+).

2007 Ockfener Bockstein zeigt sich charmant und fein mit schöner Birnenfrucht und leichter Minznote. Momentan eher auf der fruchtigen Seite (88).
2007 Ockfener Bockstein Kabinett, ein typischer, animierender und fester Bockstein. Zeigt schöne Stachelbeer- und Birnennoten (86).
2007 Ockfener Bockstein Spätlese, klar und saftig, viel Spannung, viel Würze (88-90).
2007 Ockfener Bockstein Auslese trumpft mit der typischen Bockstein-Würze auf; dazu viel Honigmelone, Kräuter, ganz zarte Feigenaromen, sehr tief und lang dabei unverschämt saftig. Großes Potential (92).

2007 Kanzemer Altenberg (noch nicht verkostet).
2007 Kanzemer Altenberg Kabinett: feingliedrig aber sehr aromaintensiv, leicht rauchig, feine Steinobstfrucht, klassischer Kabinettstil trotz top ausgereifter Trauben. Beispielhaft (88).
2007 Kanzemer Altenberg Spätlese feine, schieferwürzige Art, sehr tief und fest, herrliches Spiel, gute Länge. Noch ganz jung und vielversprechend, von aristokratischer Art (91+).
2007 Kanzemer Altenberg Spätlese ‚Alte Reben‘ besticht durch einen festen mineralischen Kern und herrliches Spiel. Hinreissend elegant, zeigt komplexe Aromatik (92).
2007 Kanzemer Altenberg Auslese : Komplex und fast wuchtig, blitzsauber gearbeitet, feine Rauchnoten und etwa exotische Frucht, zeigt Saft und Fülle. Einer der Großen unter den 2007ern (93+).
2007 Kanzemer Altenberg Eiswein mit viel reifer Honigmelone, dicht und kompakt. Präsentiert sich wie eine sehr gute Goldkapsel-Auslese mit feiner aber zarter Eisweinsäure. Exzellente Struktur (92+).

Mittwoch, 30.07.2008

Termine in der Region MSR - August 2008


09.08.2008, 11.00-19.00 Uhr: Tag der offenen Tür im Weingut Karthäuserhof mit folgenden Gästen: Weingut Dönhoff, Nahe; Weingut Fürst, Franken; Weingut Fritz Haag, Mosel; Weingut Heger, Baden; Weingut Knipser, Pfalz; Weingut Koehler-Ruprecht, Pfalz; Weingut Künstler, Rheingau; Weingut Meyer-Näkel, Ahr. Eintritt 10 €.
INFO

10.08.2008, 11.00-17.00 Uhr: Jahrgangspräsentation im Weingut von Othegraven
.
INFO

Wein der Woche: 1983 Scharzhofberger Auslese, von Hövel


1983 SHB Auslese, von Hövel Die Familie von Kunow besitzt neben den Monopollagen Oberemmeler Hütte und Kanzemer Hörecker, inmitten des Kanzemer Altenberg gelegen, auch Parzellen im legendären Scharzhofberg. Hier entstehen regelmäßig und seit vielen Jahrzehnten die feinsten und oft auch haltbarsten Rieslinge des Weinguts.
Aus dem für die 80er Jahre erstklassigen Jahrgang 1983, stammt folgender Wein, der im Rahmen der Prädikatsweinversteigerung des Großen Ring 1985 in Trier versteigert wurde - 1983 Scharzhofberger Auslese #2: Öffnet sich nur langsam mit Luft: feine, spannende, typisch rauchige Nase alter Saarweine. Am Gaumen dominieren Zitronenrolle und Speck, zeigt schieferwürzige Mineralität, noch sehr saftig, feine, eher herbe Art, gute Länge. Beispielhafte Auslese auf dem Höhepunkt (91). Ein klassischer Saarriesling alter Machart, der am besten vor dem Genuss in einer Karaffe belüftet wird, um seine ganze Schönheit preiszugeben.

Riesling 2007: VDP Pfalz und Mosel (III)


Fortsetzung von: Riesling 2007: VDP Pfalz und Mosel (II)

PFALZ

Ökonomierat Rebholz
Die drei nach den Bodentypen differenzierten Rieslinge von Hansjörg Rebholz zeigen sich kompromisslos trocken und sehr geschliffen. Qualitativ befinden sich die Weine auf demselben Niveau, die Unterschiede sind eher in den persönlichen Präferenzen des Verkosters zu suchen: ‚vom Buntsandstein‘ stahlig mineralisch, ‚vom Rotliegenden‘ mit viel Schmelz und Würze, ‚vom Muschelkalk‘ sehr rund und mit markanter Mineralität.
2007 ‚vom Buntsandstein‘ Spätlese trocken (87+), 2007 ‚vom Rotliegenden‘ Spätlese trocken (89), 2007 ‚vom Muschelkalk‘ Spätlese trocken (88+).

A. Christmann
Die mittlerweile nahezu ausschließlich biodynamisch erzeugten Weine von Steffen Christmann werden von Jahr zu Jahr immer dichter und gelbfruchtiger. So fiel es mir auch bei den 2007ern schwer, die Klasse der angestellten Rieslinge zu erkennen. Gute dichte Pfälzer von barocker Statur – mit etwas Reife sicher eine Bank für Liebhaber dieses Stils.
2007 Gutswein trocken (84+), 2007 Deidesheimer Paradiesgarten trocken (84+), 2007 Königsbacher Ölberg trocken (85).

Georg Mosbacher
Sabine Mosbacher-Düringer hat für meinen Geschmack neben Hansjörg Rebholz die feinsten trockenen2007er Rieslinge der Pfalz vinifiziert. Mittelhaardt-Weine wie man sie aus den klassischen Jahrgängen kennt, wie sie aber in dieser Klasse schon lange nicht mehr die Regel sind. Die Rieslinge besitzen Saft, mineralische Würze und wunderschöne, ganz und gar nicht kitschige Frucht. Bravo!
2007 Forster Elster Kabinett trocken (85), 2007 Deidesheimer Mäushöhle Kabinett trocken (87+), 2007 Forster Musenhang Spätlese trocken (89), 2007 Deidesheimer Leinhöhle Spätlese trocken (89), 2004 Forster Freundstück GG (92).

Müller-Catoir
Im Neustadter Traditions-Weingut sind 2007 zum ersten Mal die rest- und edelsüßen Rieslinge deutlich besser gelungen, als die trockenen Pendants. Obwohl sich auch letztere sehr dicht und animierend zeigen, besitzen die restsüßen Weine mineralischer Tiefgang und begeistern durch kühle Eleganz.
2007 Haardter Kabinett trocken (83), 2007 Haardter Bürgergarten Spätlese trocken (85), 2007 Haardter Bürgergarten Spätlese (86+), 2007 Haardter Bürgergarten Auslese (89), 2007 Breumel in den Mauern Auslese (91+), 2007 Breumel in den Mauern Trockenbeerenauslese (94+).

Pfeffingen – Fuhrmann-Eymael
Die teilweise etwas glatt wirkenden Rieslinge des Weinguts Pfeffingen bestechen in diesem Jahr durch ihre saftig-würzige Art. Vor allem der trockene Kabinett aus dem Herrenberg ist ein best-buy.
2007 ‚Pfeffo‘ Kabinett halbtrocken (82), 2007 Ungsteiner Herrenberg Kabinett trocken (86), 2007 Ungsteiner Herrenberg Spätlese trocken (84-86).

Karl Schaefer
Die von Kellermeister Günter Deeters verantworteten Rieslinge sind in diesem jugendlichen Stadium aufgrund der kompromisslosen, traditionellen Weinbereitung schwer zu verkosten. Besonders die trockenen Rieslinge benötigen im Allgemeinen mindesten drei oder vier Jahre im Keller, bevor sie ihren Trumpf ausspielen können. 2007 darf hier aber als sehr gelungener Jahrgang gelten.
2007 ‚Terrassen‘ GK trocken (84+), 2007 Dürkheimer Spielberg Spätlese trocken (85), 2007 Dürkheimer Spielberg ‚Schöne Anna‘ (84-86).

Spitzentalente Pfalz
Aus dem Förderprogramm des VDP Pfalz für besonders fähige Jungwinzer, den Spitzentalenten Pfalz, ragten die Weingüter Rings mit ihrem sehr mineralischen aber auch einen Tick klotzigen 2007 Kallstadter Saumagen trocken (86+), Siener mit dem ‚Taschberg‘ trocken, einer eleganten, saftigen Selektion aus dem Birkweiler Kastanienbusch (84-86), und Kranz mit einem noch monolithisch wirkenden aber vielversprechenden ‚Kalmit‘ trocken (86+) hervor.